Fächerbräu

Quelle: Fächerbräu

Hallo, damit die Leser erstmal mehr über euch erfahren, stellt euch doch erstmal grob vor.

Wir sind drei Karlsruher und schon lange befreundet. Einer von uns hat früher im demeter-Landbau als Bauer gearbeitet, und das ist dann auch unser Experte, wenn es um die Auswahl der regionalen Rohstoffe in Bio-Qualität geht. Ein weiterer ist gelernter Brauer, der mit unserem Biersommelier gemeinsam die Rezepturen entwickelt.

Was genau fasziniert euch so an Craftbier, und was war eure erste Erfahrung damit?

Letztlich fasziniert uns alle die Vielfalt und Kreativität, die sich mit den vier Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zaubern lässt. Wir hatten immer gemeinsame Bierverkostungen gemacht, anfangs noch mit klassischen Bieren. Irgendwann wird man dann neugieriger und landet beim Craftbier – wobei das ja auch immer eine Definitionsfrage ist, was man darunter versteht.

Quelle: Fächerbräu

Richtig, Craftbier ist ja aktuell ein sehr dehnbarer Begriff, was versteht ihr darunter? Und was genau war so die Idee hinter euren Bieren und was ist daran das Besondere?

Für uns ist Craftbier das handwerkliche Brauen von Bier in kleinen Mengen. Wir selbst legen dabei Wert auf regionale, nachhaltige Zutaten in Bio-Qualität – weil das für uns selbstverständlich ist. Das schränkt natürlich bei der Vielfalt der Rohstoffe ein, aber dennoch holen wir das Maximale raus. Unsere Philosophie ist es, traditionelle Bierstile neu zu interpretieren. So haben wir unser Festbier obergärig gebraut. Es riecht wunderbar nach Waldhonig und schmeckt toll nach Karamell. Unser Pils haben wir mit einem Saphir-Hopfen gestopft, was einen tollen Zitrus-Geschmack nach Orangenschale mit sich bringt. Das hat uns dann auf die Idee gebracht, daraus ein Naturradler herzustellen, womit wir im Craft Bereich ziemlich einmalig sind. Hopfen und Malz aus aller Welt kann jeder besorgen, die große Herausforderung ist es, aus regionalen Zutaten das Beste rauszuholen – das ist für uns das wahre Craft Bier!

Wie seid ihr dazu gekommen, euch selbst an den Sudkessel zu stellen?

Das war ein langer Prozess. Neben den vielen Bierproben und –verkostungen, die wir gemacht haben, sind wir natürlich auch immer wieder auf Brauereitour gegangen und haben uns umgeschaut. Irgendwann stand dann im Freundeskreis bei KSC-Fans ein Oktoberfest an und dann haben wir angeboten, für das Oktoberfest ein Festbier zu brauen. Nach langer Suche sind wir dann in einer Brauerei im Landkreis Karlsruhe fündig geworden und konnten dort brauen. Die Zeit war knapp, so dass wir für ein untergäriges Festbier keine Zeit mehr hatten. Dann haben wir obergärige Hefe genommen und das Bier kam so gut an, dass wir daraufhin den Entschluss getroffen haben, weiter zu brauen. Das Festbier haben wir immer noch dauerhaft im Sortiment, weil es unglaublich nachgefragt wird.

Quelle: Fächerbräu

Momentan setzt ihr ja eher auf klassische Bierstile, auf welche Biere dürfen wir uns von euch noch so freuen?

Unser Ziel ist es schon, uns weiterhin an den klassischen Stilen zu orientieren und diese wie gesagt neu zu interpretieren. Ganz aktuell haben wir sehr aufwändig ein Weizen Ale gebraut. Die Weizenhefe für den ersten Sud wurde dafür in einem Karlsruher Braulabor in Reinzucht gestartet. Verwendet haben wir wieder regionale und biologische Rohstoffe. Gebraut haben wir im traditionellen Dekoktionsverfahren mit Whirlpool-Hopfung. Die Hauptgärung haben wir im offenen Gärbottich durchgeführt und schöpfen dort die Kräusenschicht ab – das wirkt sich sehr positiv auf den Geschmack und die Qualität des Bieres aus, weil wir dadurch kratzige Hopfenharze im Bier verringern und Fuselalkohole reduziert werden. Anschließend stopfen wir noch mit gutem Saphir-Hopfen.

Aktuell haben wir den ersten Sud in kleiner Menge produziert. Derzeit ist das Weizen Ale nur im Fass erhältlich.

Hochwertiger und handwerklicher kann man ein Bier heutzutage kaum mehr produzieren – mehr Craft geht nicht. Geschmacklich wirkt sich das sehr positiv aus: Das Bier hat ein tolles Bananenaroma, ist säuerlich-erfrischend und harmoniert wunderbar mit den Noten aus Gewürznelke und Orangenschale.

Aktuell seid ihr ja noch Gypsybrauer, plant ihr in der Zukunft in einer eigenen Brauerei zu brauen?

Klar, das ist unser Ziel. Wir haben da auch schon eine Location in Karlsruhe in Aussicht und arbeiten derzeit auf Hochtouren an einem Businessplan. Es ist geplant, einen Teil der Finanzierung über Crowdinvesting und Crowdfunding laufen zu lassen. Apropos Crowdfunding: Wir hatten im letzten Jahr auf der Bierbörse einen tollen Feuerwehr Beertruck, der nun leider verkauft werden soll. Jetzt brauchen wir als Alternative dringend und schnellstmöglich die Erweiterung eines Bierstandes. Demnächst startet unser erstes Crowdfunding Projekt. Wir würden uns sehr über Eure Unterstützung freuen. In Kürze gibt es dazu Infos auf http://crowd.faecherbraeu.de