Scharrenbräu

Sorten: Landbier, Rotbier, Wieß
Brauerei: Scharrenbräu
Namen: Landbier, Düvelche, Engelche
ABV: 5,0 %
Rating: 8/10, 7,5/10, 7/10

Als ich letzte Woche in der Bar Balthasar in Bonn war, hatte ich das Glück gleich 3 Biere von der noch recht neuen Brauerei aus Köln Porz, genannt Scharrenbräu zu probieren.

Verkostet wurde zuerst das Landbier.
Geruchlich kommt es einem Brown Ale nahe, im Geschmack zeigt sich viel Nuss und Karamell mit einem leicht brotigen Finish.

Das zweite Bier war das Rotbier, genannt Düvelche.
Hier zeigt sich in der Nase eine eindrucksvolle Kräuternote zusammen mit leichten Honignoten. Im Geschmack offenbaren sich malzig-karamellige Noten mit einer Idee Honig.

Das letzte Bier war das Engelche, ein Wieß (für diejenigen die dieser Begriff nicht so geläufig ist, es handelt sich hierbei um eine Vorform des Kölsch in unfiltriert):

Im Geruch zeigt es sich hier etwas malzig mit einer leichten Süßlichkeit. Ebenfalls schwingt eine würzige Note mit. Der weiche und ebenfalls süßliche Antrunk zeigt im Nachgang etwas Honig mit malzigen Nuancen.

Alle 3 Biere sind geschmacklich spannend und auch sehr süffig. Ich freue mich schon auf weitere Biere dieser interessanten neuen Brauerei aus dem Kreis Köln!

Urban Chestnut Brewing Company


Bevor es am Donnerstag zum Hopfenforschungszentrum in Hüll ging, besuchten wir am Mittwoch zu zweit, die in Wolnzach ansässige Brauerei Urban Chestnut.

Diese wurde vor einigen Jahren in den Staaten gegründet. Vor 5 Jahren machte dann der Gründer einen Zweitsitz in Deutschland auf.

Urban steht übrigens für das Moderne, Chestnut für Kastanienbaum, was für Tradionalität steht, laut Gründer Florian.

Er führte uns in der gesamten Brauerei rum, erzählte uns von seinen Bieren, von denen er fast jedes einzelne frisch zwickelte. Somit konnten wir gleich seine gesamten Biere verkosten.

Es begann mit seinem Zwickl: Eine stark malzige Geschichte ohne die so oft bei diesem Bierstil auftretende stärkere Süßlichkeit mit einer Idee Würzigkeit und erdigen Aromen, die sowohl im Geruch, als auch geschmacklich auftreten.

Das zweite war: Helles Vollbier:
Ein super leicht daher kommendes würzig-blumiges Bier.

Das dritte war das Wolamot, ein Bockbier. Tolle Kräuternoten verbunden mit schokoladigne Noten, viel Malzigkeit und einer angenehmen Würzigkeit. Auch hier war ich begeistert, da Bockbiere eigentlich nicht gerade zu meinen Lieblingsbieren zählen.

Das vierte Bier im Bunde stellt die Hopfenperle dar, ein grandioses Pils. Frisch, stärker würzig und herb, welches mir Florian netterweise auch nochmal als Flasche mitgegeben hat.

Ein Blend aus mehreren Hopfensorten war das fünfte Bier: Grünhopfen
Viele kräuterige Noten mit einer tollen Würzigkeit verbunden mit spritziger Citrusfrucht und einem hinten raus erdigen Abgang.

Zum Schluss gabs dann noch das Pale Ale, genannt Zuagroast aus der Flasche. Eine geniale Interpretation voll mit Honig, würzigen Noten, Trockenfrüchten verbunden mit einer tollen Malznote.

Ein insgesamt ziemlich interessanter Nachmittag mit einer Vielzahl an leckeren Bieren. Hat mich gefreut da zu sein!

Rauchbiere

Sorte: Rauchbier

Brauereien: Weiherer, Schlenkerla, Deutsche Kreativbrauer, Grohe

Namen: Weiherer Rauch, Helles Schlenkerla Lagerbier, Kreativsud #2, Smoky Heiner

ABV: 5,3 %, 4,3 %, 6,6 %, 5,1 %

Rating: 7/10, 6,5/10, 8/10, 9/10

Rauchbiere. Eine echte Eigenart was Bier angeht.

Bekannt müsste es den meisten durch die berühmte Rauchbierbrauerei Schlenkerla aus Bamberg sein.

Aber es gibt auch noch andere tolle Vertreter für gutes Rauchbier.

Aus diesem Grund habe ich mal 4 Rauchbiere parallel verkostet, die ich jetzt hier vorstellen möchte.  Darunter auch eins von Schlenkerla.

Ich beginne mit dem Weiherer Rauch aus Viereth- Trunstadt (Bayern):

Dieses Bier hat schon zahlreiche Preise abgeräumt wie z. B. den European Beer Star oder den International Craft Beer Award!

Aussehen:

Im Glas ist ein helles bernsteinfarben mit kaum vorhandener Schaumausprägung zu sehen.

Geruch:

In der Nase zeigt sich sofort eine fulminante Rauchnote mit viel Räucherschinken.

Geschmack:

Schon im weichen Antrunk sind rauchige Aromen wahrnehmbar. Der kräftige Nachtrunk  zeigt auch wenig Veränderung wie schon im Geruch. Es legen sich starke Rauchnoten und Räucherschinken auf der Zunge nieder. Diese können sich auch im weiteren Verlauf gut halten.

Das zweite Rauchbier: Helles Schlenkerla Lagerbier:

Schlenkerla macht ja viele verschiedene Rauchbiere. Das Helle ist ein etwas leichter gehaltenes.

Aussehen:

Im Glas zeigt sich ein wunderbares dunkles gelb mit normal ausgeprägter Schaumentwicklung.

Geruch:

Im Geruch macht sich neben leichten Rauchnoten noch viel Heu breit.

Geschmack:

Der Antrunk gestaltet sich rauchig mit etwas Heu, aber jetzt finden sich auch Citrusaromen im Mundraum ein. Im Nachgang kommt das Heu wieder stark zur Geltung, zusammen mit einer angenehmen Rauchnote. Zum Ende bildet sich noch etwas Citrus aus, bevor das Bier mild sein Ende findet.

Das dritte Bier im Bunde ist das Kreativsud #2 (Besonderes Starkbier) zusätzlich gebraut mit Kümmel, Wacholder und Salz von Deutsche Kreativbrauer aus Oberelsbach (Bayern). Es wurde zudem historisches Spiegel- und Chevalliergerstenmalz verwendet.

Aussehen:

In einem tollen kupferfarben gleitet der Kreativsud ins Glas. Eine leichte Schaumentwicklung ist zu sehen.

Geruch:

In der Nase nehme ich hier neben viel Rauch auch Grapefruit und würzige Noten wahr.

Geschmack:

Der fruchtige und zudem rauchige Antrunk, wird im Nachtrunk von viel Karamell und Trockenfrüchten begleitet. Hinten raus kommen die Raucharomen nochmal stärker durch.

Das vierte und somit letzte Rauchbier ist das Smoky Heiner von Grohe aus Darmstadt. Auffallend ist hier sofort das aufwändig gestaltete Etikett.

Aussehen:

In einem hellen braun mit ganz leichter Schaumkrone ist es im Glas zu erblicken.

Geruch:

In der Nase sammeln sich starke Noten an Bourbon, Holz und Rauch.

Geschmack:

Auch hier kommt im Antrunk eine fruchtige Komponente an Orange und Grapefruit durch.

Im Nachgang erhält man dann jedoch wieder viel Holz, Bourbon und ein stärker rauchiges Aroma. Alles wirkt aber gut aufeinander abgestimmt und tritt gleichermaßen in Erscheinung.

Fazit:

Das waren nun die 4 Rauchbiere. Da ist sicher für jeden etwas dabei, je nachdem ob man das pure Raucharoma möchte oder doch etwas fruchtig-rauchig oder eben fruchtig-würzig-rauchig.

Für mich war der klare Favorit das Smoky Heiner. Mir haben die Fruchtnoten zu Beginn mit den späteren Holz und Bourbonnoten sehr gut gefallen, das Raucharoma wirkte sehr gekonnt eingebunden.

Rodenbach Vintage

Sorte: Flanders Red Ale (BA)
Brauerei: Rodenbach
Name: Rodenbach Vintage
ABV: 7,0 %
Rating: 9/10

Heute stelle ich euch das Rodenbach Vintage, ein Flanders Red Ale vor, welches im Eichenfass gereift wurde. Es kommt auf 7,0 % ABV.

Aussehen:
Im Glas erblickt es hellbraun mit leicht rötlichen Tönen. Zudem ist eine leicht ausgeprägte weiße Schaumkrone vorhanden.

Geruch:
In der Nase besticht ein tolles Aroma an Erdbeere, Schokolade und Essig.

Geschmack:
Der Antrunk gestaltet sich relativ leicht, mit einem weichen und cremigen Mundgefühl, dazu bildet sich auch schon eine leichte Säuerlichkeit aus.

Im Nachgang kommt ein tolles Erdbeeraroma in Verbindung mit etwas Schokolade zur Geltung. Dazu gesellt sich wieder eine Menge Essig, aber jetzt kommt auch noch Citrusfrucht durch.

Hinten raus bleibt ein stärker säuerliches Aroma auf der Zunge hängen.

Fazit: Die Kombination aus Schokolade und Erdbeere mit einer passenden Säuerlichkeit und einem cremigen Mundgefühl ergeben ein tolles Flanders Red Ale!

Bar Balthasar

Ich habe einige Jahre in Bonn verbracht und festgestellt, dass bisher für Bierkenner und Craftbeerbegeisterte noch etwas gefehlt hat.

Klar es gibt den P&M Getränke Markt und die Craftquelle. Doch leider fehlte die Möglichkeit sich an einem Ort zusammen zu setzten, um regen Austausch mit Gleichgesinnten zu schaffen.

Wie gut, dass es seit Ende 2018 die Bar Balthasar in der Brüdergasse 6, in Bonn gibt. Das geile daran: Der Besitzer bietet über der Bar Hotelzimmer an.

Eine rustikal-gemütliche, große Bar, die neben 8  frischen Fassbieren   auch noch einiges an Flaschenbieren zur Auswahl hat.

Die Bar bietet Plätze sowohl drinnen als auch ein paar Außenplätze an. Ob am Tisch, gemütlich in der Sitzecke oder auf dem Sofa, es ist für jeden was dabei.

Man hat hier auch die Möglichkeit mit größeren Gruppen einzukehren, denn die Bar Balthasar verteilt sich auf zwei weitläufige Stockwerke!

In der Location wird besonders auf lokales Bier gesetzt. Wobei nationale und internationale Biere auch nicht schmal besetzt sind. Es stehen 140 (!) Biere aus der Flasche auf einer großen Karte zur Auswahl. Kleine Snacks für den Hunger zwischen dem einen oder anderen Bier gibt’s natürlich auch.
Auch Softdrinks, Weine und Spirituosen stehen zur Verfügung.

Auch eine fachmännische Beratung steht jederzeit zur Verfügung, wenn bei dieser großen Auswahl schon mal die Übersicht verloren geht.

Alles in allem eine fantastische Idee, auch in Bonn eine Craftbeerbar zu eröffnen!
Eine tolle Auswahl an frischen Bieren und fachkundigen, sympathischen Personal. Ich komme gerne wieder!

Fächerbräu

Quelle: Fächerbräu

Hallo, damit die Leser erstmal mehr über euch erfahren, stellt euch doch erstmal grob vor.

Wir sind drei Karlsruher und schon lange befreundet. Einer von uns hat früher im demeter-Landbau als Bauer gearbeitet, und das ist dann auch unser Experte, wenn es um die Auswahl der regionalen Rohstoffe in Bio-Qualität geht. Ein weiterer ist gelernter Brauer, der mit unserem Biersommelier gemeinsam die Rezepturen entwickelt.

Was genau fasziniert euch so an Craftbier, und was war eure erste Erfahrung damit?

Letztlich fasziniert uns alle die Vielfalt und Kreativität, die sich mit den vier Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe zaubern lässt. Wir hatten immer gemeinsame Bierverkostungen gemacht, anfangs noch mit klassischen Bieren. Irgendwann wird man dann neugieriger und landet beim Craftbier – wobei das ja auch immer eine Definitionsfrage ist, was man darunter versteht.

Quelle: Fächerbräu

Richtig, Craftbier ist ja aktuell ein sehr dehnbarer Begriff, was versteht ihr darunter? Und was genau war so die Idee hinter euren Bieren und was ist daran das Besondere?

Für uns ist Craftbier das handwerkliche Brauen von Bier in kleinen Mengen. Wir selbst legen dabei Wert auf regionale, nachhaltige Zutaten in Bio-Qualität – weil das für uns selbstverständlich ist. Das schränkt natürlich bei der Vielfalt der Rohstoffe ein, aber dennoch holen wir das Maximale raus. Unsere Philosophie ist es, traditionelle Bierstile neu zu interpretieren. So haben wir unser Festbier obergärig gebraut. Es riecht wunderbar nach Waldhonig und schmeckt toll nach Karamell. Unser Pils haben wir mit einem Saphir-Hopfen gestopft, was einen tollen Zitrus-Geschmack nach Orangenschale mit sich bringt. Das hat uns dann auf die Idee gebracht, daraus ein Naturradler herzustellen, womit wir im Craft Bereich ziemlich einmalig sind. Hopfen und Malz aus aller Welt kann jeder besorgen, die große Herausforderung ist es, aus regionalen Zutaten das Beste rauszuholen – das ist für uns das wahre Craft Bier!

Wie seid ihr dazu gekommen, euch selbst an den Sudkessel zu stellen?

Das war ein langer Prozess. Neben den vielen Bierproben und –verkostungen, die wir gemacht haben, sind wir natürlich auch immer wieder auf Brauereitour gegangen und haben uns umgeschaut. Irgendwann stand dann im Freundeskreis bei KSC-Fans ein Oktoberfest an und dann haben wir angeboten, für das Oktoberfest ein Festbier zu brauen. Nach langer Suche sind wir dann in einer Brauerei im Landkreis Karlsruhe fündig geworden und konnten dort brauen. Die Zeit war knapp, so dass wir für ein untergäriges Festbier keine Zeit mehr hatten. Dann haben wir obergärige Hefe genommen und das Bier kam so gut an, dass wir daraufhin den Entschluss getroffen haben, weiter zu brauen. Das Festbier haben wir immer noch dauerhaft im Sortiment, weil es unglaublich nachgefragt wird.

Quelle: Fächerbräu

Momentan setzt ihr ja eher auf klassische Bierstile, auf welche Biere dürfen wir uns von euch noch so freuen?

Unser Ziel ist es schon, uns weiterhin an den klassischen Stilen zu orientieren und diese wie gesagt neu zu interpretieren. Ganz aktuell haben wir sehr aufwändig ein Weizen Ale gebraut. Die Weizenhefe für den ersten Sud wurde dafür in einem Karlsruher Braulabor in Reinzucht gestartet. Verwendet haben wir wieder regionale und biologische Rohstoffe. Gebraut haben wir im traditionellen Dekoktionsverfahren mit Whirlpool-Hopfung. Die Hauptgärung haben wir im offenen Gärbottich durchgeführt und schöpfen dort die Kräusenschicht ab – das wirkt sich sehr positiv auf den Geschmack und die Qualität des Bieres aus, weil wir dadurch kratzige Hopfenharze im Bier verringern und Fuselalkohole reduziert werden. Anschließend stopfen wir noch mit gutem Saphir-Hopfen.

Aktuell haben wir den ersten Sud in kleiner Menge produziert. Derzeit ist das Weizen Ale nur im Fass erhältlich.

Hochwertiger und handwerklicher kann man ein Bier heutzutage kaum mehr produzieren – mehr Craft geht nicht. Geschmacklich wirkt sich das sehr positiv aus: Das Bier hat ein tolles Bananenaroma, ist säuerlich-erfrischend und harmoniert wunderbar mit den Noten aus Gewürznelke und Orangenschale.

Aktuell seid ihr ja noch Gypsybrauer, plant ihr in der Zukunft in einer eigenen Brauerei zu brauen?

Klar, das ist unser Ziel. Wir haben da auch schon eine Location in Karlsruhe in Aussicht und arbeiten derzeit auf Hochtouren an einem Businessplan. Es ist geplant, einen Teil der Finanzierung über Crowdinvesting und Crowdfunding laufen zu lassen. Apropos Crowdfunding: Wir hatten im letzten Jahr auf der Bierbörse einen tollen Feuerwehr Beertruck, der nun leider verkauft werden soll. Jetzt brauchen wir als Alternative dringend und schnellstmöglich die Erweiterung eines Bierstandes. Demnächst startet unser erstes Crowdfunding Projekt. Wir würden uns sehr über Eure Unterstützung freuen. In Kürze gibt es dazu Infos auf http://crowd.faecherbraeu.de

Vesterbro Chinese Food

Sorte: Lager
Brauerei: Mikkeller
Name: Vesterbro Chinese Food
ABV: 4,5 %
Raiting: 8,5/10

Immer häufiger gibt es Biere, denen krasse Gewürzmischungen im Sudkessel hinzugegeben werden. Meist ist es aber auch einfach Pfeffer. Das gibt dem oft fruchtigen Charakter einen super würzigen Beigeschmack und sorgt zudem für geschmackliche Überraschungen auf der Zunge.

Das gerade Mikkeller abgefahrene Sachen macht, bzw. braut ist mittlerweile bekannt.

Heute stelle ich euch in diesem Zuge das Vesterbro Chinese Food vor. Dabei handelt es sich um ein Lager, welches mit grünem Sichuanpfeffer gebraut wurde.

Aussehen:
Im Glas erblickt es in einem dunkel orange mit massiver Schaumentwicklung.

Geruch:
In der Nase sehr dominant Pfeffer, ein wirklich tolles würziges Aroma, dass da in die Nase zieht. Daneben etwas Citrus und Koriander.

Geschmack:
Im Antrunk leicht, schlank und würzig. Der Nachtrunk ist wieder sofort intensiv und fast ausschließlich von Pfeffer und anderen Gewürzen geprägt,
zum Ende hin kommt noch etwas Citrus um die Ecke bevor sich das Bier mit einer geringen Hopfenbittere verabschiedet.

Auf der Zunge hält sich weiterhin ein würziges Aroma.

Fazit: Welch herrlich erfrischend leichtes Bier. Der Pfeffer passt ungemein gut in dieses doch etwas ungewöhnliche aber passende Feierabendbier!

Pilsner v1


Sorte: American Pilsner
Brauerei: Cloudwater Brewing Co.
Name: Pilsner v1
ABV: 5,5 %
Raiting: 8/10

Bei Craftbeer denkt man oft direkt an IPA, es gibt eine Menge Brauereien die das ein oder andere India Pale Ale brauen, so manch andere haben sich sogar darauf spezialisiert.

Aber wie sieht es eigentlich mit Pils aus? Dieser Stil wird vor allem in der Craftbier Szene oft übersehen oder vergessen.
Dabei kann man doch dabei auch einiges experimentieren.

Heute möchte euch in diesem Zuge das Pilsner von Cloud Water vorstellen.

Hierbei handelt es sich um ein American Pilsner mit 5,5 % ABV.

Aussehen:
Ein wunderschönes helles kristallklares gold gelb ziert das Glas, mit einer für das Pilsner gewohnte gut ausgeprägte Schaumkrone.

Geruch:
In der Nase sammeln sich spritzige Citrusaromen, Orange, Grapefruit und etwas Gras.

Geschmack:
Der Nachtrunk gestaltet sich weich und etwas bitter, im Großen und Ganzen aber noch sehr zurückhaltend.

Im Nachgang kommt die Citrusfrucht wieder super zur Geltung, vollgepackt mit Grapefruitaroma und grasigen Nuancen.

Zum Ende hin findet sich das Pils mit seiner artgerechten Hopfenbittere und einem trockenen Finish.

Fazit: Hier zeigt sich, dass es eben auch mal ein gutes Pils sein kann.
Ich finde es toll, dass sich Craftbrauereien so langsam wieder an das Pils hinanwagen.

Auch andere gute Vertreter bei Craft-Pils: Skill Pils von Freigeist Bierkultur, Pils Brosnan von Sudden Death Brewing, Fastsmoker von Wildwuchs, Beverly Pils von Mashsee, Pepper Pils von Welde & Himburgs Braukunstkeller.

Testbräu

Hallo, auf eurer Website erhält man schon einen groben Einblick über euch und eure Berufe: Ein Ingenieur, eine Biochemikerin und ein OP-Pfleger. Das ist ja ein bunter Mix an verschiedensten Aufgabenbereichen. Nun vereint euch das Bier. Wie habt ihr euch gefunden? Und wo habt ihr euch das erste Mal getroffen?

Um 2010, damals noch im Rahmen von elektronischer Clubmusik. Über gemeinsame Stammtisch- und Brauereibesuche, lokal wie auch international entwickelte sich die gemeinsame Leidenschaft. Wobei es sicher für jeden einzelnen eine Initialzündung gab:

Nicole: Der Moment der Geschmacksoffenbarung; das Bier vielfältiger sein kann als bisher angenommen erlebte ich auf der BKL mit dem ersten Schluck vom Simco3 von Riegele.

Dirk: Das dumpfe Gefühl, dass da noch mehr gehen muss als Weißbier, Helles und Pils. Finale Initialzündung war dann das Riegele Simco3 auf der Braukunst Live 2014.

Heiko: Besuch der BrewDog Brauerei in Ellon.

Was genau fasziniert euch so an Craftbier?

Heiko: geschmackliche Vielfalt, Überraschungen und Herausforderungen, Geschichten dazu und die Menschen dahinter, Verpackungsdesign.

Dirk: Im Prinzip all das was Heiko beschreibt. Vor allem die Nahbarkeit der Akteure. Im Idealfall kann man direkt mit den Brauern auf Messen oder bei Meet-The-Brewer Events über ihr Produkt sprechen. Dann die Kreativität mit der die Rohstoffe eingesetzt werden. Selbst wenn man bei den vier RHG-Zutaten bleibt, entstehen durch den kreativen Einsatz (oder die maßlose Übertreibung) völlig neue Geschmackserlebnisse.

Nicole: Das Handwerk. Mich als Labormaus faszinieren die biochemischen Abläufe. Auf der einen Seite die Herausforderung ein Bier immer wieder mit der gleichen Qualität herzustellen. Auf der anderen Seite stets neue Biersorten zu kreieren indem man nur wenige „Stellschrauben“ bzw. Rohstoffe verändert.

Wie seid ihr dazu gekommen, euch selbst an den Sudkessel zu stellen?

Heiko: Nach den ersten Geschmacksüberraschungen und der Erkenntnis, dass Bier nicht zwangsläufig Einheitsgeschmack bedeutet, habe ich mich mit dem Herstellungsprozess und den Zutaten beschäftigt. Von da war es nicht mehr weit.

Dirk: Heiko ist schuld! Hätte er nicht den allerersten Küchensud gemacht (und vermeintlich in den Sand gesetzt), hätte ich womöglich nie damit angefangen. Zwei Braukurse später hab ich mich dann auch an den Einkocher gewagt. Dass wir das Ganze in größerem, kommerziellen Maßstab machen, daran ist eigentlich die Bierkanzlei in Halle „schuld“, die unser Milk Stout für das Laternenfest aus dem Fass ausschenken wollten. Das war so der letzte Push.

Nicole: Ursprünglich standen wir ja mal wieder zu dritt auf einer Messe und haben nach diversen Bierproben beschlossen, dass wir in 2 Jahren als Aussteller auf der Messe stehen. Damals haben wir uns selbst belächelt und nicht ernst genommen, auch wenn es insgeheim für jeden ein Traum war. Dass es jetzt soweit gekommen ist haben wir auch Freunden zu verdanken, die uns angetrieben und Mut gemacht haben unser Hobby und unsere Braueskapaden kommerziell zu betreiben.

Was war die Idee hinter euren Bieren? Was ist daran das Besondere?

Momentan haben wir drei relativ unterschiedliche Biere auf dem Markt, die doch auch recht unterschiedliche Entstehungsgeschichten haben. Wir testen unsere Ideen immer noch in der Küche mit 10-30 Liter Suden bis sie uns zu 100% zusagen. Da wird natürlich viel experimentiert und die Ergebnisse sind auch nicht immer das Gelbe vom Ei. Oder eben doch.

So zum Beispiel das Sorachi Blanche, das eigentlich ein mildes, leichtes Weißbier hätte werden sollen. Da haben wir uns dann aber mit der Hefe vertan und herausgekommen ist ein Bière Blanche, also ein Weizenbier belgischer bzw. nordfranzösischer Art. Zusammen mit der Kräuternote des Hallertauer Sorachi Ace bekommt es Witbier Charakter.

Das Sorachi Blanche Himbeere war mehr oder weniger aus der Not geboren, weil einer der ersten Testsude des Sorachi Blanche recht wenig Stammwürze hatte. Um dem Ganzen etwas mehr Wumms zu verleihen, haben wir eine Ladung Himbeeren in die Nachgärung geschüttet. Das war dann so gut, dass wir auch das groß gebraut haben. Ohne Kompromisse was die Menge an Himbeeren angeht. Da würde das BWLer Herz weinen. Zum Glück hat keiner von uns eins.

Das Milk Ice Cream Stout fußt auf einem unserer aller ersten Rezepte, einem kräftigen Milk Stout. Wie schon erwähnt haben wir das Rezept dann für unseren allerersten großen Sud für ein sommerliches Straßenfest dahingehend abgewandelt, dass es leichter ist und auch im Sommer ganz gut geht. Die Kombination von Pale Chocolate Malz und der Laktose ergibt ein Aroma, das einem Milcheis ziemlich nahe kommt. Achso: wenn man es mit einer Kugel Vanilleeis floatet hat man alkoholischen Eiskaffee. So als Tipp wenn es wieder wärmer wird.

Ihr habt ja schon eine ganze Bandbreite an Bieren gebraut. Auf welche Biere dürfen wir uns von euch noch so freuen?

Das Blanche Rezept ist die ideale Leinwand, um einzelne Hopfen zu präsentieren. Angefangen haben wir mit Sorachi Ace, die nächste Version wird ein Single Hop Blanche mit Citra werden. Was dann kommt: Schauen wir mal, aber Belma oder eine der slowenischen Sorten sind in der Diskussion. Unseren Rauchweizenbock Kremator kennen eventuell einige schon von den letzten Messen, der wird auch bald in Flaschen verfügbar sein. Und weil wir ja ursprünglich aus der elektronischen Clubmusik kommen: ein ordentliches Sour, benannt nach DEM Acidhouse Synthesizer TB-303 ist auch in der Testphase. Aciiiid! Unser Sorachi Himbeere haben wir testweise mit verschiedenen anderen Hefen vergoren und die Ergebnisse können unterschiedlicher nicht sein. Das geht bis hin zum ultratrockenen Himbeer Cider. Also ein komplett anderes Getränk, obwohl wir nur eine Grundzutat verändert haben. Lange Rede, kurzer Sinn: Da werden auch weitere Versionen kommen.

Welches Bier von euch kam bisher am besten an, also welches ist am beliebtesten?

Das Milk Ice Cream Stout und das Himbeer Blanche haben zumindest mündlich und vom Absatz den meisten Zuspruch bisher. Untappd ist da auch ein ganz guter Indikator. Dort ist allerdings der Kremator auf Platz eins. Sollten wir wohl tatsächlich schnellstmöglich größer verfügbar machen…

Ist in Zukunft eine Kollaboration mit einer anderen Brauerei geplant?

Aktuell haben wir leider noch nichts Konkretes in Aussicht, aber wir hoffen sehr, dass sich demnächst was ergibt. Heiß auf eine Collab sind wir auf jeden Fall!

Ihr wart ja nun schon auf einigen Messen vertreten. Auf welchen Craftbiermessen ist mit euch dieses Jahr noch zu rechnen? (Deutschland u. Ausland)

In den nächsten Monaten sind wir in München Anfang April auf dem Craftbeerfest und Ende Mai in Köln auf dem Craftbeer Festival. Mainz Ende des Jahres ist auch wieder geplant. Mal sehen, was sich noch so ergibt.

Craftbier ist ja aktuell ein sehr dehnbarer Begriff, was versteht ihr darunter?

Heiko: Bier mit natürlichen Zutaten auch jenseits des Reinheitsgebotes von Menschen, die eine Geschichte dazu haben. Lokal verwurzelte Biere, gerne mit einem Platz zum gemütlichen, gemeinsamen Genießen gleich hinter den Lagertanks.

Dirk: Die Definition ist hierzulande ja eher schwierig, aber ich denke der kreative Umgang mit 100% natürlichen Rohstoffen, die Rückbesinnung auf Bier als Genussmittel und dass der Produzent unmittelbar für sein Produkt steht und keine anonyme Firma, machen den Begriff für mich aus.

Nicole: Craftbier steht für mich für handwerklich gebrautes Bier in Brauereien, die nicht vollautomatisiert sind. Aber vor allem für Brauer, die gerne mit hochwertigen Rohstoffen experimentieren um jedes Bier zu etwas Besonderem zu machen.

Welche anderen Brauereien machen für euch so das beste Bier und was ist eure Lieblingssorte?

Heiko: Für Überraschungen ist Omnipollo immer gut (ich erinnere mich an Aniara) ansonsten mag ich es eher hopfig-fruchtig. Z.B. von Frau Gruber oder Lervig Zu einem meiner Lieblingsorte hat sich die Wunderburg 10 in Bamberg entwickelt. Nichts geht über ein Schäufle mit nen AU dazu.

Dirk: Die Kollegen aus UK mit Cloudwater, Alphabet, Wylam stehen bei mir derzeit hoch im Kurs. In Deutschland finde ich gerade die Sachen von Flügge, orcabrau und Sudden Death spannend. Eine spezielle Lieblingssorte hab ich nicht, das wechselt beinahe täglich.

Nicole: Ich habe keine Lieblingsbrauerei bzw. Lieblingssorte. Es gibt so viele gute Biere. Ich als Weißbierfan trinke zurzeit sehr gerne „Der Weizen“ vom Tilman. Geht immer.

Craftprotz Kreativbierbar

Am Samstag war ich zum ersten Mal in Trier unterwegs, um mir die Stadt anzusehen und natürlich hatte ich auch einen Besuch in der vor kurzem eröffneten „Craftprotz Kreativbierbar“ eingeplant. Die Bar befindet sich ca. 700 Meter von der Porta Nigra entfernt. Schon von außen sieht alles sehr einladend aus.

Man betritt eine schöne, gepflegte, rustikale und gut besuchte Location. Sie bietet viel Platz und schafft trotzdem eine gemütliche und entspannte Atmosphäre.

Die Craftbeerbar bietet 12 verschiedene Biere vom Fass und einige aus der Flasche, in den Größen: 0,5  und 0,33 an.

Vom Fass gibt es aktuell: Holy Cowl von Craftwerk (Tripel), Dunkel von Kraft Bräu, Let Me Be Your Hero Baby von Sudden Death (NEIPA), Hop Drop Sour von Lervig (Sour IPA), Beverly Pils und Oma Lene (Winter Ale) von Mashsee, Porter von Zils.

Zudem gab es an diesem Tag mit der Hensen Brauerei aus Mönchengladbach ein Tap Takeover. Die Brauerei stellte 5 Biere vom Fass bereit und stand  den Gästen mit Rede und Antwort zur  Verfügung.

Ihre Biere: Alt, Pils, Hopfenschelle (IPA), Schwarzmahler (Coffee Stout), Ofenrohr (Rauchbier).

Die Preise der Fassbiere (0,3)  pendeln sich aktuell zwischen € 3,10 bis € 6,50 ein.

Das Special zur normalen Karte bietet ein Probierbrett aus 4 verschiedenen Bieren (0,1), die man vom Fass wählen kann, plus einem Gläschen Wasser zum Neutralisieren für 7,40 €.

Auch für Gäste, die sich noch hinters Steuer setzen müssen, ist mit einem alkoholfreien IPA, Weißbier und Pils aus der Flasche gesorgt.

Zudem werden Snacks für den kleinen Hunger angeboten.

Der Besitzer Nikola und das freundliche Personal  beraten den Kunden bei Bedarf gut und fachkundig, bevor sie das frisch gezapfte und wohl temperierte Bier an den Tisch bringen.

Eine insgesamt sehr einladende Craftbeerbar, die ich bei meinem nächsten Trip nach Trier, gerne wieder besuchen werde!